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Renneisen aus Raseneisenerz, hoher Phosphorgehalt

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Renneisen aus Norddeutschem Raseneisenerz mit einem niedrigen Kohlenstoff- und einem hohen Phosphorgehalt. Für die Herstellung von historischem "Damaststahl" oder für den Rücken bzw. die Seitenlagen von historischen Klingen, Blankwaffen und Werkzeugen. Lesen Sie mehr..

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Der Rennofen war von Beginn der Eisenzeit bis mindestens zur Mitte des 13. Jahrhunderts die einzige Methode zur Gewinnung von Eisen. Es gab Rennöfen in unterschiedlichen Größen und Formen. Allen Rennöfen war gemein, dass das darin reduzierte Eisen, anders als in einem modernen Hochofen, nie flüssig wurde. Vielmehr findet ein Reduktionsprozess statt, bei dem das Eisenoxid aus dem Eisenerz in Eisen umgewandelt wird. Die so gewonnenen Eisenpartikel bleiben jedoch in einem "teigartigen" Zustand und verbinden sich im unteren Tei des Ofens zu einer Art Eisenschwamm, der sog. Luppe. Die weiteren Bestandteile des Eisenerzes, insbesondere die Silikate, schmelzen vollständig auf und bilden die Schlacke.

Dieses Renneisen habe ich aus Norddeutschem Raseneisenerz verhüttet. Raseneisenerz hat prinzipiell einen hohen Phosphorgehalt, der sich bei der Verhüttung im Eisen niederschlägt. Phosphor macht das Eisen extrem grobkörnig und kaltbrüchig. Deshalb ist dieses Eisen nicht für die Herstellung von Schneiden geeignet.

Historisch gesehen kommt dem Renneisen aus Raseneisenerz dennoch eine wichtige Bedeutung zu. Vielerorts in Europa waren nur Raseneisenerze mit hohem Phosphorgehalt verfügbar und hochwertiger Stahl musste teuer aus anderen Regionen eingekauft werden. Deshalb haben sich Schmiedetechniken und Werkzeugkonstruktionen entwickelt, die es ermöglichten, kostbaren Stahl zu sparen. So wurden z.B. Klingen hergestellt, deren Rücken aus "minderwertigem" Renneisen bestanden und die lediglich eine dünne aufgesohlte Schneide aus hochwertigem Stahl hatten. Auch für die Herstellung von historischem "Damaststahl" wurde phosphorhaltiges Renneisen verwendet. In Kombination mit "reinem" Renneisen oder -stahl zeichnet das phosphorhaltige Eisen sehr hell. Für die berühmten "wurmbunten" Schwerter der Merowingerzeit wurde z.B. ein mehrbahniger Damaststahl aus einer Kombination aus "reinem" Renneisen und phosphorhaltigen Renneisen geschmiedet. Umlaufend wurde eine Schneide aus hochwertigem Rennstahl aufgesohlt

Die hier angebotenen Stücke sind kompakt und haben nur wenige Einschlüsse und einen geringen Schlackegehalt. Das Eisen ist nicht härtbar und weist einen hohen Phosphorgehalt zwischen 1,0 und 2,0% auf.

Da das Sammeln und die Aufbereitung des Raseneisenerzes aufwändiger ist, verkaufe ich das Eisen zu einem Preis von 140,00 Euro Netto pro Kg Rohluppe. Der tatsächliche Preis richtet sich nach dem Gewicht der jeweiligen Stücke. Wenn Sie auf die Produktvarianten klicken, werden Ihnen Fotos und Gewichte der jeweiligen verfügbaren Stücke angezeigt.

Achtung: Renneisen und -stahl ist nicht direkt für die Herstellung von Werkzeugen und Klingen geeignet. Zuvor muss es durch einen Schmiedeprozess, das Raffinieren, gereinigt und homogenisiert werden. Für diesen Schmiedeprozess bedarf es einiger Erfahrung in der Verarbeitung von Renneisen und -stahl. Je nach Raffinationsgrad ist mit einem Materialverlust von 40-70% zu rechnen.